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Creative Commons und kommerzielle Nutzung

Eingestellt am 26. Juni 2010 um 13:53 Uhr » frei².de

Aktuell wabert ein etwas merkwürdiger Fall durch das, was manche als „Blogosphäre“ bezeichnen: Ein FAZ-Blogautor verliert sein Blog nach anscheinend wiederholtem Verstoß gegen Creative-Commons-Lizenzen. In der Diskussion darüber offenbaren einige Teilnehmer ein sehr simples und leider falsches Wissen über die Möglichkeiten und Einschränkungen der (kommerziellen) Nutzung von CC-lizensierten Inhalten.

Komplexität von CC-Lizenzen

Eine Reduktion des Themas auf die NC-Lizenzen – nicht-kommerzielle Nutzung – ist dabei der Sache wenig dienlich, auch wenn dieser Punkt eindeutig sein dürfte. Aber auch SA (Share Alike – Weitergabe unter gleichen Bedingungen) und vor allem ND (No Derivate Works – keine Bearbeitungen und abgeleitete Werke) schränken die Weiternutzungsmöglichkeiten zum Teil sehr stark ein. Wie die einzelnen Lizenzen ineinander greifen und welche Möglichkeiten dem Verwerter zustehen, hat Anfang des Jahres Harald Walker sehr schön in einer Tabelle zusammengefasst. Obwohl sich diese Tabelle primär an DJs freier Musik richtet, treffen die Informationen auch auf alle anderen Werke wie Texte oder Bilder zu.

Und gerade weil aus meiner eigenen Erfahrung das ND häufig untergeht, sei noch einmal betont: ND heißt nicht nur keine Bearbeitung, sondern auch keine abgeleiteten Werke. Ein abgeleitetes Werk in diesem Sinne ist z.B. ein DJ-Mix, eine Radiosendung oder ein bebilderter Blogartikel. Im Zweifelsfall gilt dabei immer noch der Leitspruch: Take the risk or take the phone.

Share Alike beim Bloggen auf kommerziellen Seiten

Die Weitergabe unter gleichen Bedingungen ist für Blogger auf kommerziellen Seiten wie z.B. der FAZ oder beim Freitag auch anders, als es auf den ersten Blick scheint: Die Einräumung eines (teilweise exklusiven) Nutzungsrechts an den Betreiber der Plattform beißt sich mit dem Gedanken der Weitergabe unter gleichen Bedingungen. Auf der sicheren Seite ist der Blogger daher, wenn er es genau so hält, wie es Don Alphonso an der Blogbar beschreibt: Bild- oder Textrechte vorher klären und im Zweifelsfall Werke nur aus dem Redaktionssystem verwenden oder selbst etwas schaffen.

Creative Commons ist nicht schwierig zu verstehen, man muss nur die Lizenzen vorher genau lesen, im Zweifelsfall den Urheber kontaktieren und dessen Leistung respektieren.


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